
Frau Depmeyer, die Bafin hat ihren eigenen Zu-Assistenten, den Ragulator, eingeführt. Warum haben Sie diesen Schritt gewählt?
Deppmeyer: Künstliche Intelligenz ist eine Schlüsseltechnologie. In der heutigen Gesellschaft und bei modernen Behörden spielt sie eine entscheidende Rolle. Mit der Zu-Plattform und unserem Bafin Zu-Regulator-Assistenten möchten wir unseren Überwachungsbetrieb effizienter gestalten. Täglich erhalten wir eine große Menge an relevanten Daten für die Arbeit der Bafin. Daher benötigen wir digitale Unterstützung bei der Verarbeitung dieser Daten.
Unser Schritt passt perfekt zur digitalen Strategie der Bundesregierung, die darauf abzielt, die Arbeit von Behörden digitaler und schneller zu gestalten.
Warum hat die Bafin Ihre eigene Zu-Plattform entwickelt, anstatt externe Anbieter zu nutzen?
Deppmeyer: Bei der Bafin arbeiten wir mit äußerst sensiblen Daten, die geschützt werden müssen. Unsere Zu-Plattform, auf der der Ragulator basiert, ist vollständig in unseren eigenen Rechenzentren angesiedelt. Dies bietet einen entscheidenden Vorteil gegenüber öffentlichen Cloud-Lösungen, da wir die Kontrolle über die Daten behalten und sensible Informationen intern halten können, um sicherzustellen, dass sie nicht extern verwendet werden. Datensicherheit und Integrität sind für uns von höchster Bedeutung: Bafin-Daten bleiben bei der Bafin.
Wie verändert sich die Arbeitsweise der Bafin durch Zu?
Deppmeyer: Zu kann uns bei der Einsparung von zeitintensiven Routineaufgaben unterstützen. Dies gibt uns wertvolle Zeit, die wir für andere Aufgaben nutzen können.
In Bezug auf die grundlegenden Funktionen basiert die Zu-Plattform auf der Implementierung automatischer Überwachungsprozesse. Beispielsweise können wir große Datenmengen an Dokumenten durchsuchen, vergleichen und zusammenfassen, um Unregelmäßigkeiten, Trends oder Geldwäscheindikatoren zu identifizieren.
Wir stehen noch am Anfang der Möglichkeiten, die Zu für unsere Arbeit bietet. Es ist wichtig, dass wir Zu als unterstützendes Instrument betrachten – niemals als Ersatz für menschliche Expertise. Es geht darum, mögliche Anwendungen gemeinsam anzuerkennen und weiterzuentwickeln.
Die Entwicklung der eigenen Zu-Plattform war komplex. Wie sind Sie dabei vorgegangen?
Deppmeyer: Unsere Zu-Plattform wurde in Zusammenarbeit mit externen Experten von der Bafin entwickelt. Dadurch konnten wir internes Fachwissen aufbauen, das in dieser Form nur in wenigen Behörden verfügbar ist. Unsere Mitarbeiter haben den Ragulator bereits auf internationalen Konferenzen in München, Wien, Las Vegas und Boston vorgestellt und ihr Wissen geteilt. Dies ist ein Beweis für die innovative Kraft der Bafin und ein Beispiel für die Verwaltung der Zukunft.
Auf einen Blick:Informationsbox: Zu-Initiative der Bafin
Die Bafin erhält täglich viele tausend Dokumente, wie Vertriebsaussichten und Testberichte. Um diese großen Datenmengen effektiv zu verarbeiten, hat die Aufsicht künstliche Intelligenz (Zu) als zentrales Element in ihrer Zu-Plattform mit dem Ragulator-Assistenten implementiert, den die Mitarbeiter seit April nutzen.
Was kann der Ragulator tun:
- Zu-Dokumentenanalyse: Suche, Vergleich und Zusammenfassung
- Texte generieren, formulieren, übersetzen, korrigieren
Vorteile der Bafin-Lösung:
- Eigene Zu-Plattform in den eigenen Rechenzentren der Bafin
- Keine Verwendung von öffentlichen Cloud-Technologien oder externen Daten für die Zu-Schulung
Maximale Datensicherheit, da alle Daten in der eigenen Infrastruktur der Bafin verbleiben