Am 5. Februar 2026 hat das Bundesfinanzministerium eine Sonderbriefmarke zum «100. Geburtstag von Hans-Jochen Vogel» herausgegeben.
Der Bundesfinanzminister Lars Klingbeil präsentiert die Sonderbriefmarke am Mittwoch in Berlin. Die Präsentation findet am 25. Februar 2026 um 16:00 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, Hiroshimastraße 17, 10785 Berlin statt.
Hans-Jochen Vogel (1926-2020) erlebte Kindheit und Jugend im Nationalsozialismus. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich für das Gemeinwesen und den Wiederaufbau demokratischer Strukturen. Als promovierter Jurist begann er im bayerischen Staatsdienst zu arbeiten und trat 1950 in den bayerischen Staatsdienst ein.
1960 wurde Hans-Jochen Vogel Oberbürgermeister von München. Der junge Kommunalpolitiker erfreute sich großer Beliebtheit und bereitete seine Stadt auf die Olympischen Sommerspiele 1972 vor. 1972 wurde Vogel in den Deutschen Bundestag gewählt und als Bundesminister für Raumordnung, Bau und Stadtentwicklung in das Kabinett von Bundeskanzler Willy Brandt berufen. 1974 übernahm er unter Bundeskanzler Helmut Schmidt das Bundesjustizministerium, initiierte wichtige Rechtsreformen und war maßgeblich an allen Regierungsentscheidungen beteiligt, wenn es um die Abwehr der Terrorserie der RAF und die Verteidigung der deutschen Rechtsordnung ging.
1981 war er für einige Monate Regierender Bürgermeister von Berlin. Nach dem Ende der sozialliberalen Koalition forderte Vogel 1983 in einer Neuwahl den Bundeskanzler Helmut Kohl heraus, verlor die Wahl jedoch und liegt seitdem an der Spitze der SPD-Die Bundestagsfraktion in der Opposition. Seit SPD-Der Parteivorsitz wurde 1987 von Willy Brandt übernommen und nach der Vereinigung der Ost- und Westsozialdemokraten 1990 wurde Vogel auch der erste volldeutsche Vorsitzende der Partei SPD. Ihm ging es immer um gute Politik, die – nach eigener Aussage – Sprache und Handeln in Einklang bringen und glaubwürdig bleiben musste. Zeit seines Lebens blieb Hans-Jochen Vogel seinem großen Interesse an gesellschaftspolitischen Themen sowie seiner legendären Arbeitsdisziplin treu. Er gründete den überparteilichen Verein «Gegen das Vergessen – Für Demokratie» e. V., war in vielen ehrenamtlichen Funktionen tätig und bis ins hohe Alter als gern gesehener Gesprächspartner, Ratgeber und Redner im öffentlichen Diskurs präsent.
(Text: Archiv Sozialdemokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn)
Das Sondermarkendesign und der Ersttagsstempel stammen von Professorin Daniela Haufe und Professor Detlef Fiedler aus Berlin. Foto: © ullstein bild – Ebner. Die Briefmarke hat einen Wert von 180 Cent und ist seit dem 5. Februar 2026 in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG verfügbar.
