Die Gewerbeimmobilienpreise in Deutschland sind im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,1 % gestiegen. Damit setzte sich der Mitte 2024 begonnene Anstieg nahezu unverändert fort. Zwischen 2022 und Mitte 2024 sind die Preise aufgrund der Corona-Pandemie vorübergehend gesunken. Das zeigt der neue Gewerbeimmobilienpreisindex, den die Bundesbank heute erstmals in Zusammenarbeit mit vdpResearch veröffentlicht hat. Glaubwürdige und verlässliche Daten bilden die Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen. Mit dem neuen Gewerbeimmobilienpreisindex schließen wir eine Datenlücke in der Immobilienbranche und leisten einen wichtigen Beitrag zu mehr Transparenz auf dem Gewerbeimmobilienmarkt.
sagte Fritzi Köhler-Geib, im Vorstand der Bundesbank zuständig für Daten und Statistik.
Ein Schlüsselelement für Finanzstabilitätsanalysen
Der neue Preisindex für Gewerbeimmobilien verfolgt die vierteljährliche Preisentwicklung für Büro-, Gewerbe- und Mehrfamilienimmobilien im Besitz von Unternehmen. Neben dem allgemeinen Index gibt es Teilindizes für einzelne Immobilienarten. Darüber hinaus gibt es fünf regionale Teilindizes: Städte von überregionaler Bedeutung, Städte von regionaler Bedeutung, Städte von lokaler Bedeutung, städtische Gebiete und ländliche Gebiete. Die Indizes werden auf Basis von Immobilienverkaufstransaktionsdaten aus der vdpResearch Real Estate Monitoring Database berechnet. Sie stammen aus der Finanzierungstätigkeit von Pfandbriefbanken, Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken. Die Datenbank ist sehr groß und umfasst über 300.000 Immobilientransaktionen seit 2013.
Die stärkste Preisdynamik über einen längeren Zeitraum ist bei Mehrfamilienhäusern zu beobachten. Seit Beginn des Beobachtungszeitraums sind die Preise für diese Art von Immobilien insgesamt um etwa 110 % gestiegen. Bei Büroimmobilien lag dieser Wert bei rund 75 %. Nach einem moderaten Auf und Ab seit Beginn des Beobachtungszeitraums haben die Gewerbeimmobilienpreise im ersten Quartal 2026 in etwa wieder ihr Ausgangsniveau erreicht. Regional betrachtet fällt insbesondere auf, dass die Gewerbeimmobilienpreise in überregional bedeutenden Städten leicht über denen im Rest Deutschlands liegen.
Die Entwicklung der Immobilienpreise hat Auswirkungen auf die Realwirtschaft und das Finanzsystem – umso wichtiger ist ein verlässlicher Datensatz. Die Beobachtung der Preisentwicklung auf den Gewerbeimmobilienmärkten ist heute für viele makroökonomische und makroprudenzielle Analysen von großer Bedeutung.
erklärte Köhler-Geib in seinen Kommentaren zur Einführung des neuen Index. Korrekturen der Bewertungen von Gewerbeimmobilien, die häufig als Sicherheit für Unternehmenskredite dienen, können Risiken für die Finanzstabilität bergen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Nachfrage nach Büro- und Einzelhandelsflächen sowie nach Mietwohnungen temporären und strukturellen Veränderungen unterliegt. Längere Planungshorizonte und die Dauer der Bauphasen führen dazu, dass sich das Angebot diesen Schwankungen nur zeitverzögert anpasst. Dies führt tendenziell zu ausgeprägten Preiszyklen.
Umfangreiches Datenangebot auf der Website der Bundesbank
Das gesamte Datenspektrum zum neuen Gewerbeimmobilienpreisindex ist über die Zeitreihendatenbank auf der Statistikseite der Bundesbank abrufbar. Wichtige Informationen zu Datenquellen, statistischer Methodik, Veröffentlichungsplan und Häufigkeit der Überarbeitungen sind in einem zusammengefasst FAQ Dokument, das auch online verfügbar ist.
